Netzwerk für Seniorinnen und Senioren

Zusammen mit den Gemeinden muss der Landkreis in den kommenden Jahren nicht nur die Hausärzteversorgung sicherstellen; sondern er muss auch ein ehrenamtlich-hauptamtliches Seniorennetzwerk aufbauen, dass die älteren Menschen dabei unterstützt, so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung zu leben. Beim Aufbau dieses Netzes kann der Landkreis Aurich auf den Erfahrungen seiner beiden Seniorenstützpunkte in Aurich und Norden aufbauen – und hoffentlich bald auch auf die Erfahrungen aus einem Modellprojekt des Helenenstiftes.

Modelprojekt in Hage

Nach den Vorstellungen des Helenenstiftes werden pro Gemeinde ein oder zwei Personen eingestellt, die drei Aufgaben erhalten: Erstens besuchen sie in der Gemeinde alle Menschen älter als 55. Viele der Besuchten sind sicherlich fit und brauchen auf absehbare Zeit keine Hilfe. Bei einer zweiten Gruppe wird sich jedoch schon andeuten, dass es ihnen immer schwerer fällt, ihren Alltag zu meistern; und eine dritte Gruppe steht vor dem Umzug ins Heim, könnte jedoch mit gezielter Hilfe in der gewohnten Umgebung bleiben. Die zweite Aufgabe der neuen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ist dann, genau zu umreißen, welche Hilfe in welchem Fall notwendig ist. Und ihre dritte, anspruchsvollste Aufgabe ist schließlich, ein Netz von Ehren- und Hauptamtlichen zu knüpfen, das diese Hilfe erbringt.

Hilfe heißt in diesem Zusammenhang nicht nur Hilfe bei der Bewältigung des Alltags (Einkaufen, Wäschewaschen, etc.), sondern auch Hilfe gegen die Vereinsamung und Hilfe zur Rückgewinnung des Lebensmutes. Und das wiederum kann durch eine Mitwirkung im Seniorennetzwerk gelingen.

Landkreis muss sich stark machen

Der Landkreis Aurich muss sich in Hannover dafür einsetzten, dass der Aufbau solch eines Seniorennetzwerkes als Modellprojekt vom Land Niedersachsen finanziert wird.

Außerdem spricht viel dafür, dass der Landkreis und die Gemeinden Hausarztversorgung und Seniorennetzwerk – wo immer möglich – zumindest baulich miteinander verknüpfen. Dort, wo mit der Unterstützung der Gemeinde oder des Landkreises ein Ärztezentrum entsteht, könnte auch der Anlaufpunkt des Seniorennetzwerkes entstehen.