Pressemitteilung: Breitbandausbau – der Frust bei Bürgern ist groß.

Landratskandidat hält den Aufbau eines kreiseigenen Netzes für Fehler

Aurich/Norden. „Wann geht’s denn nun endlich mit dem Breitbandausbau los?“, diese Frage höre er ständig auf seinen Info-Ständen, so der unabhängige und parteilose Landratskandidat Olaf Meinen in einer Pressemitteilung. Die Bürger seien gefrustet, dass es mit dem Breitbandausbau im Landkreis Aurich nicht losgehe, sagt Meinen.

In den umliegenden Landkreisen sei der Breitbandausbau bereits im vollen Gange. Ende Februar habe der Landrat angekündigt, dass die Entscheidung zum Pächter des kreiseigenen Netzes im März fallen solle. Passiert ist bis heute leider nichts. Die Leute haben von den ständigen Ankündigungen „die Nase voll“, so Meinen weiter. Mehr als erstaunt ist Olaf Meinen auch über sich wiederholende Aussagen des Landkreises zum Beginn des Ausbaus: Im August werden die Bagger rollen, so die Botschaft des Landkreises an die 10.000 unterversorgten Haushalte.

Wer glaube, schon im August dieses Jahres rückten die Bagger an, um mit der großflächigen Verlegung der Leitungen für den Glasfaserausbau zu beginnen, der habe eher losen Kontakt zur Wirklichkeit. Ein Blick in den Landkreis Friesland, der ebenfalls auf das Betreibermodell setze, genüge, so Meinen. Dort habe man sich im September 2017 für einen Pächter des kreiseigenen Breitbandnetzes entschieden und gleichzeitig angekündigt, im Herbst 2018 mit den Baggerarbeiten beginnen zu wollen. Geschehen sei im Friesland aber bis heute – 19 Monate später – leider nichts. Kein Meter Kabel sei bisher verlegt worden.

Der Ausbau des schnellen Internets ist beim sog. Betreibermodell, so wie es der Landkreis mit dem Aufbau eines kreiseigenen Glasfasernetzes von insgesamt 777 Kilometern für die 10.000 Haushalte plane, deutlich komplizierter als beim Wirtschaftlichkeitslückenmodell, so Meinen. Eigentumsrechte, Standorte für Kabelverzweiger und Verlauf der Leitungen im Gelände, alles Fragen, die beim Eigenausbau durch den Landkreis zu klären sind. Beim Betreibermodell stecke der „Teufel“ im Detail, sagt Meinen.

„Das der Landkreis das Glaserfasernetz selbst aufbauen will, halte ich für einen Fehler“, meint Meinen. Der Landkreis habe keine Erfahrungen auf dem Gebiet und werde sich diese in der Kürze der Zeit auch nur schwer aneignen können. Spätestens nach dem Neustart der Planungen im vergangenen Jahr wäre ein Umstieg auf das sog. „Wirtschaftlichkeitslückenmodell“ und damit einem Ausbau durch einen erfahrenen Netzbetreiber der richtige Weg gewesen. Entsprechende Appelle habe der Kreis damals jedoch ausgeschlagen. Aber, so Meinen, vielleicht ist es ja für einen Umstieg noch nicht zu spät, was zu prüfen wäre.

Bürger und Unternehmen bräuchten endlich einen realistischen Zeitplan zum Ausbau, sonst drohe der Landkreis an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Erheblicher Handlungsdruck bestehe besonders beim Anschluss der Gewerbegebiete. Außerdem verblieben noch viele weiße Flecken, um die wir uns dringend kümmern müssen, so Meinen abschließend.